Beschlüsse des Hauptvorstandes vom 9. Dezember 2016

Für Berlin

  1. Der Senat von Berlin wird aufgefordert durch Änderung der Arbeitszeitverordnung die Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte sofort um zwei Unterrichtsstunden zu reduzieren.
  2. Der Senat von Berlin wird aufgefordert, umgehend alle voll ausgebildeten Lehrkräfte, die eine Beschäftigung im Beamtenverhältnis wünschen, zu verbeamten.
  3. Der Senat von Berlin wird aufgefordert, die Lehrerinnen und Lehrer ab dem 55. Lebensjahr mit der Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung um eine Stunde und ab dem 60. Lebensjahr um zwei Stunden zu entlasten sowie durch Änderung des Landesbeamtengesetzes die Altersteilzeit im Linear- und Blockmodell wieder einzuführen.
  4. Der Senat wird aufgefordert, sich im Rahmen der Tarifverhandlungen mit der TdL für die Einführung der Erfahrungsstufe 6 in allen Eingruppierungen einzusetzen.
  5. Die Senatsverwaltung wird aufgefordert, alle bisher nicht besetzten sowie alle zukünftig zu besetzenden Funktionsstellen, die gemäß der VV Zuordnung der Schule zustehen, umgehend bzw. rechtzeitig auszuschreiben.
  6. Wir fordern den Senat von Berlin auf, die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, dass das sonstige pädagogische Personal an der öffentlichen Berliner Schule nur noch als Bedienstete des Landes Berlin eingesetzt wird.
  7. 7. Die Senatsverwaltung wird aufgefordert, eine Personalkostenbudgetierung (PKB) für die Vertretung z. B. wegen Krankheit fehlender Beschäftigter im Bereich des sonstigen Personals einzurichten.
  8. Die Senatsverwaltung wird aufgefordert, alle Schulen mit ausreichendem Büropersonal auszustatten.
  9. Die Senatsverwaltung wird aufgefordert, die Anrechnung des Referendarsstundendeputats auf das Stundenkontingent der Schule in den Zumessungsrichtlinien wieder zu streichen.
  10. Die Senatsbildungsverwaltung wird aufgefordert, einen regionalen IT-Service zur Softwarebetreuung, zur Wartung der Hardware und des Netzwerks einzurichten.
  11. Der Senat wird aufgefordert, den Bezirken ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Schulen entsprechend der Forderungen der Rahmenlehrpläne mediengerecht auszustatten.
  12. Der Senat wird aufgefordert, Mittel zu Betreuung von Schülerinnen und Schülern nicht deutscher Herkunft für pädagogische Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen.
  13. Die Senatsverwaltung wird aufgefordert, Schülerinnen und Schüler, die über keine Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen, auch in der Schulanfangsphase / 1. Klasse in Willkommensklassen zu unterrichten.

Für Brandenburg

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport wird aufgefordert,

  1. den Ausbau bzw. die Einrichtung von Anrechnungstatbeständen für zusätzliche Aufgaben vorzunehmen.
  2. die weitere Erhöhung der Vertretungsreserve auf mindestens zehn Prozent und das Umwandeln des Vertretungsbudgets in dauerhafte Vollzeiteinheiten, die durch die Schulämter bewirtschaftet werden, durchzusetzen.
  3. die Erhöhung der Wertschätzung unserer Arbeit in den Schulen durch Einrichten und Ausbringen von Beförderungsämtern im Umfang von zehn Prozent in allen Schulstufen und Schulformen zum Ausdruck zu bringen und durch diese Aufstiegschancen auch die Attraktivität des Öffentlichen Dienstes in diesem Bereich zu erhöhen.
  4. die Wiedereinführung der Altersteilzeit ab 55 sowohl im Block- als auch im Teilzeitmodell sowie einer Vorruhestandsregelung zu veranlassen und ein angemessenes Management hinsichtlich der Vorbeugung von Gesundheitsschädigungen im Lehrerberuf zu etablieren.
  5. ausreichende berufsbegleitende Qualifizierungsangebote für Seiten- und Quereinsteiger, die zu vollwertigen pädagogischen Abschlüssen führen, zu schaffen.
  6. die Zahl der unbefristeten Einstellungen junger Lehrerinnen und Lehrer zu erhöhen.
  7. sich bei den Hochschulen für eine deutliche Erhöhung der Zahl von Studienplätzen für Pädagogik einzusetzen und sie maßgeblich, z.B. mit Realisierung von Sonderprogrammen zur Unterstützung von Studierenden in Mangelfächern, zu begleiten.
  8. das Fachprinzip in der schulischen Bildung zu wahren und von der Einführung der Bereiche „Naturwissenschaften“ und „Gesellschaftswissenschaften“ in den Klassenstufen 5 und 6 grundsätzlich abzusehen. Bewährte Formen des fachübergreifenden Arbeitens in den Schulen sollten weiterhin gefördert werden.
  9. die Einführung der neuen Rahmenpläne für die allgemeinbildenden Schulen nur dann vorzunehmen, wenn personelle, inhaltliche, strukturelle und organisatorische Bedingungen hierzu gegeben sind.
  10. Langzeitarbeitskonten, die über die bereits bestehenden Regelungen hinausgehen, zu verhindern.
  11. Der Hauptvorstand des Deutschen Philologenverbandes Landesverband Berlin / Brandenburg fordert die Mitglieder die Abgeordneten des Brandenburgischen Landtages, das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und die Landesregierung auf, durch die Bereitstellung der angemessenen personellen Unterstützung sowie der notwendigen sächlichen Mittel gute Bedingungen für eine erfolgreiche Integration heranwachsender Flüchtlinge zu schaffen.